AIRBUS Tom Enders: Ein guter Tag für die EADS? AIRBUS Tom Enders: Ein guter Tag für die EADS?
16. Juli 2007 Dr. Dominik Faust

Ein guter Tag für die EADS?

Bisher hat die EADS eine doppelte Doppelspitze: zwei Verwaltungsratsvorsitzende und zwei Vorsitzende der Geschäftsführung, paritätisch durch einen Franzosen und einen Deutschen besetzt. Doch diese Struktur ist bald endgültig vom Tisch. Heute haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, die Doppelspitze abzuschaffen. Ist das also ein guter Tag für die EADS? Sicher entfallen zwei Reibungsebenen. Beobachter erhoffen nun mehr Effektivität und Flexibilität, die Aktien dürften zunächst steigen. Unterschiedliche Interessen zwischen Franzosen und Deutschen sowie zwischen diesen beiden und Dritten werden allerdings bleiben. Der französische Staat tendiert zum Beispiel zu einer Erhöhung seines Anteils, Deutschland würde lieber weiter privatisieren. Andere Aspekte kommen hinzu.

Tom Enders nicht an der EADS-Spitze

Und wie sieht es mit den Personalien aus? Dr. Thomas Enders wird Chef von Airbus, Louis Gallois alleiniger CEO der EADS und Rüdiger Grube alleiniger Vorsitzender des EADS-Verwaltungsrates. Viele in der EADS und darüber hinaus hatten sich bis zu diesem Wochenende durchaus vorgestellt, Reservist “Major Tom” könne alleine an die Spitze des Konzerns diesen noch schneller voranbringen. Insbesondere das Defence & Security Business hätte von einem alleinigen CEO Enders profitieren können. Dessen eigener militärischer Hintergrund, seine Erfahrung in der deutschen und internationalen AeroDef-Community sowie seine Verbindungen in den AeroDef-Schlüsselmarkt USA wären äußerst hilfreich gewesen.

Airbus Tom Enders bringt sich weiter ein

Dies alles bringt Airbus Tom Enders künftig aus der zweiten Reihe ein, von wo aus er an seinen bisherigen Co-CEO Gallois berichtet. Der Fallschirmjäger wird sich darauf konzentrieren, von Toulouse aus den angeschlagenen Flugzeugbauer Airbus wieder zu stabilisieren. Airbus steuert zwei Drittel des Gesamtgeschäfts der EADS bei. Vielleicht kann Airbus Tom Enders auf seinem neuen Posten auch ein Stück zu einem internationalen Bewusstseinswandel beitragen. Dahingehend nämlich, dass die Firma Airbus keineswegs ein rein französisches Unternehmen ist.

Fazit

Die Sandwich-Lösung (französischer EADS-Chef wird umrahmt von einem deutschen VR-Chef und einem deutschen Airbus-Chef) ist gut. Damit ist es ein guter Tag für die EADS. Offen bleibt, ob mit der gefundenen Lösung nunmehr die Posten als solche einer Nation zugeordnet wurden oder ob sich das Karussell bei Personalwechsel erneut dreht (egal, was festgeschrieben wurde). Ungelöst bleibt allerdings der Einfluss nationaler Interessen Deutschlands und Frankreichs auf das europäische Unternehmen, das damit weiterhin seiner Zeit zu weit voraus zu sein scheint.

Foto: Faust

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About the Author

Dr. Dominik Faust Dominik verfügt über langjährige Expertise und etliche Zertifikate in Leadership, Change Management und digitale Kommunikation. Im Top-Management hat er selbst Unternehmen restrukturiert sowie zahllose Prozesse und Strukturen optimiert. Er promovierte über notwendige Veränderungen internationaler Organisationen zur Steigerung ihrer Effektivität und Effizienz. Dominik ist Dozent für Change Management und digitale Kommunikation an mehreren Hochschulen. Auf diesen Gebieten berät er seit Jahren Manager auf C-Level.

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