Studie: Digitale Vermarktung ist häufig noch schlecht Studie: Digitale Vermarktung ist häufig noch schlecht
23. Dezember 2016 Dr. Dominik Faust

Studie: Digitale Vermarktung oft schlecht

Die Videoisierung sozialer Medien ist ein Megatrend in Kommunikation und wichtig für die digitale Vermarktung. Große Konzerne wie die Daimler AG haben das längst erkannt. Sie wissen, dass Bewegtbilder angesehen und geteilt werden, dass sich Botschaften über Clips rasch verbreiten lassen. Jetzt an Weihnachten macht Daimler-CEO Dieter Zetsche genau das wieder deutlich. In einem 2-Minuten-Video samt witzigem Making-Of-Material bedankt er sich bei seinen rund 280.000 Mitarbeitern. Doch das ist nur die vordergründige Botschaft. Die Botschaft im Hintergrund lautet: Seht her, wir wandeln den qualitativ hochwertigen, aber behäbigen Konzern in ein agiles Unternehmen mit Start-up-Mentalität.Und das kommt bei Stakeholdern wie den Mitarbeitern, den Aktionären, den Kunden an.

Digitale Vermarktung in dieser effektiven Form ist nicht nur Konzernen vorbehalten. Auch Mittelständler können die entsprechenden Möglichkeiten der Digitalisierung zur Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Dazu zählen neben Bewegtbildern für die sozialen Medien auch die Onlinekommunikation mit den Anspruchsgruppen, die Suchmaschinenoptimierung und die technischen Voraussetzungen für den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets.

Die meisten haben Nachholbedarf

Dass es bei all diesen Punkten in vielen Branchen noch hapert, wissen wir aus unserer branchenübergreifenden Beratertätigkeit. Viele Unternehmen müssen sich fragen, ob sie für die integrierte Kommunikation 4.0 gerüstet sind. Die Antworten fallen eher ernüchternd aus. Das hat nun der TÜV Süd im Grundsatz bestätigt. Er hat die Online-Aktivitäten bzw. die digitale Vermarktung von über 650 Autohäusern bundesweit untersucht. Im Fokus standen jeweils die 20 größten Händler einer Marke. Insgesamt 48 Kriterien haben die Experten unter die Lupe genommen. Hier die Ergebnisse:

Anteil Firmen Digitale Kompetenz
7 % sehr gute digitale Aufstellung
14 % gute digitale Leistungen erheblichen
48 % erheblicher digitaler Nachholbedarf
31 % ungenügende Auseinandersetzung mit digitaler Vermarktung

Der Automobilhandel eignet sich für die TÜV-Studie deshalb so gut, weil er repräsentativ für etliche andere Branchen ist. So wissen wir, dass sich viele Menschen vor einer Kaufentscheidung im Internet informieren. Im Autohandel sind es 75 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer sowie 68 Prozent aller Neuwagenkäufer, die dies tun. Wem es als Unternehmen nicht in ausreichendem Maße gelingt, im Internet die Aufmerksamkeit der Nutzer auf seine Produkte und Services zu lenken, der verliert Kunden, Aufträge, Geld.

Kaum Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Um im Internet Aufmerksamkeit zu erzielen, muss man über Suchmaschinen gefunden werden. Dieses Thema behandeln noch viele Unternehmen stiefmütterlich. Gemäß der TÜV-Studie sind es im Autohandel 82 Prozent der untersuchten Autohäuser, die diesbezüglich einen Nachholbedarf haben. Das ist nicht zuletzt deshalb verwunderlich, als dass sich gerade im Handel eine gute SEO und digitale Vermarktung unmittelbar positiv auf die Geschäftschancen auswirken.

Ausbaufähige Social-Media-Nutzung

Das gilt auch für den Einsatz sozialer Medien. Zwar verfügen sehr viele Unternehmen mittlerweile über einen Facebook-Auftritt (87 Prozent der Autohäuser). Aber etliche müssen noch ihre Performance verbessern und zum Beispiel schneller auf kritische Posts reagieren oder ansprechende Inhalte posten. Im Autohandel ist es außerdem so, dass nur vier Prozent aller Händler über einen Text- oder Videochat auf ihrer Webseite direkt mit ihren Kunden kommunizieren. Und gerade einmal zwölf Prozent aller Autohäuser reagieren auf abgegebene Nutzerbewertungen.

Veraltete technische Umsetzung

Optimierungspotenzial gibt es auch bei der technischen Umsetzung von Unternehmens-Webseiten. Auch hier genügt ein Blick in die TÜV-Studie: Obwohl immer mehr Nutzer mobile Geräte wie Smartphones und Tablets nutzen, hat ein Viertel aller Autohäuser keine Webseite, die aufgrund von responsive Design für die mobile Nutzung geeignet ist. Ohnehin nutzt gemäß Digitalreport jeder vierte Händler eine veraltete Webseitentechnik. Auch interessant: Nur zwölf Prozent der Autohäuser betreiben einen Online-Shop im Aftersalesbereich.

Fazit über digitale Vermarktung

Bei der integrierten Kommunikation 4.0 haben noch viele Unternehmen Nachholbedarf. Es genügt eben nicht, einfach nur eine Website zu haben und eine Facebook-Seite. Kommunikation ist viel mehr. Vor diesem Hintergrund wünschen wir allen Nutzern ein frohes Weihnachtsfest sowie ein erfolgreiches Jahr 2017, in welchem wir unseren Mandanten auch weiter mit Rat und Tat in Sachen integrierter Kommunikation 4.0 zur Seite stehen.

 

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About the Author

Dr. Dominik Faust Dominik verfügt über langjährige Expertise und etliche Zertifikate in Leadership, Change Management und digitale Kommunikation. Im Top-Management hat er selbst Unternehmen restrukturiert sowie zahllose Prozesse und Strukturen optimiert. Er promovierte über notwendige Veränderungen internationaler Organisationen zur Steigerung ihrer Effektivität und Effizienz. Dominik ist Dozent für Change Management und digitale Kommunikation an mehreren Hochschulen. Auf diesen Gebieten berät er seit Jahren Manager auf C-Level.

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