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Stand der Dinge beim System Galileo

Gestern, am 7. November 2006, wurde in Oberpfaffenhofen bei München der Grundstein für das neue Galileo-Kontrollzentrum gelegt. Eine Woche vorher luden wir vom Regionalkreis Süd des Luftfahrt-Presse-Club e.V. (LPC) zu einer Pressekonferenz ein, um über den Stand der Dinge des europäischen Satellitennavigationssystems zu informieren. Die anschließende Resonanz in den Medien war hoch. So berichteten unter anderem Augsburger Allgemeine, Die Welt, Donaukurier, Nürnberger Zeitung und Stuttgarter Zeitung über den LPC-Event.

Für die Veranstaltung hatte ich den Direktor des Raumflugbetriebs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr. Klaus Wittmann, sowie den neuen CEO der Galileo Industries GmbH, Jürgen Ackermann (l.), dafür gewinnen können, die Medien über das Galileo-Projekt zu unterrichten. Die beiden Referenten wiesen in den gut besuchten Räumen des PresseClubs München auf die vielfältigen Möglichkeiten des europäischen Satellitennavigationssystems hin. Sie rechnen damit, dass das System 2011 einsatzbereit ist.

Das Projekt wird von der Europäischen Union und der Industrie im Rahmen einer „Public Private Partnership“ finanziert. Die Infrastruktur wird am Ende aus 30 Satelliten sowie einem weltweiten Netz aus Bodenstationen bestehen. Vier Kontrollzentren (Oberpfaffenhofen, Darmstadt, Fucino in Italien und Toulouse in Frankreich) werden den Betrieb rund um die Uhr steuern. Oberpfaffenhofen wird Hauptkontrollzentrum.

Foto: Werner O. Hausmann / Compliments of the PressClub Munich

Me 262: Testpilot berichtet über Nachbau

Am 28. September 2006 konnte ich den Testpiloten Wolfgang Czaia im Regionalkreis Süd des Luftfahrt-Presse-Club e.V. (LPC) begrüßen. Der Wahlamerikaner berichtete uns am LPC-Stammtisch im PresseClub München aus erster Hand über den Nachbau der Messerschmitt Me 262. Sie war das weltweit erste einsatzfähige Militärflugzeug mit Strahltriebwerk. 1.433 Maschinen dieses Typs wurden in den 40er Jahren gebaut, acht davon existieren noch, sind aber nicht mehr flugfähig. Vor diesem Hintergrund entstand 1993 in den USA die Idee, fünf dieser (für die damalige Zeit sehr innovativen) Fluggeräte nachzubauen.

Wolfgang Czaia hörte von diesen Nachbau-Plänen auf einem seiner Flüge, die er damals als Kapitän von American Airlines absolvierte. Sofort war seine Neugierde geweckt und er setzte sich mit dem Nachbau-Team in Verbindung. Er bot sich als Testpilot an und wurde genommen. Czaia (28.000 Flugstunden auf 100 Mustern) eignete sich sehr für diesen Job. Denn der gebürtige Andernacher war in den 60er Jahren nicht nur jüngster deutscher Fluglehrer auf der Lockheed F-104 Starfighter, sondern er kann mittlerweile rund 2.800 Flugstunden auf diesem Kampfjet vorweisen. Dass er nach seiner Übersiedlung in die USA selbst Testpiloten für das Militär ausbildete, kam ihm bei den Tests der neuen Me 262 ebenfalls zugute.

Mit zahlreichen Bildern und Filmaufnahmen ließ Czaia das Nachbau-Projekt Revue passieren. Dabei konnte er etliche Anekdoten erzählen. Wie er ebenfalls berichtete, befindet sich eine der neuen Me 262 (”Tango-Tango”) im Besitz der Messerschmitt-Stiftung und wird durch die EADS in Manching betreut. Dort hat man den Nachbau auch weiter optimiert. Auf der diesjährigen ILA in Berlin, aber auch auf dem EADS-Familientag in Manching war die Maschine zu sehen. Das Foto ist übrigens eine Fotographie der Rückseite des Buchs „Projekt 262“ von Wolfgang Czaia, das im Verlag NeunundzwanzigSechs unseres LPC-Mitglieds Dr. Kurt Braatz erschienen ist.

Foto: Faust

Mit Kommunikation aus der Krise

Messen werden von Journalisten als bevorzugte Plattform für Recherchen genutzt. Präsentieren sich dort auch noch in Krisen geratene Unternehmen, schnellt das Medieninteresse in die Höhe. Ich erzähle das, weil mir kürzlich die Redakteurin einer Nachrichtenagentur sagte, dass sie wegen der aktuellen Probleme bei Airbus und Boeing gespannt der bevorstehenden Air Show im britischen Farnborough (17.-23. Juli) entgegen blicke.

Zur Erinnerung: Airbus machte Schlagzeilen durch Verzögerungen bei der Auslieferung der A380, durch die Unzufriedenheit der Kunden mit der geplanten A350, durch einen Rückgang bei den Orderzahlen (1. HJ 05: 276, 1. HJ 06: 117). Die Airbus-Mutter EADS wurde in den Strudel hineingezogen. Ihr Aktienkurs brach am 14. Juni um 26 Prozent ein, Co-CEO Noel Forgeard musste gehen und Airbus erhielt mit Christian Streiff einen neuen Chef als Nachfolger des Deutschen Gustav Humbert. Auch beim US-Mitbewerber Boeing läuft nicht alles rund (Fertigungsprobleme bei der neuen B787, geringe Nachfrage nach dem modifizierten Jumbo B747-8 etc.).

Für ein in die Krise geratenes Unternehmen kann eine Messe aus kommunikativer Sicht durchaus eine Chance sein. Mein Eindruck ist, dass Airbus und EADS das erkannt haben. Sie nutzen die Zeit bis zur Air Show mit dem Aussenden von Pressemitteilungen, mit Pressekonferenzen und Hintergrundgesprächen. Erst Anfang dieser Woche stellte sich Co-CEO Dr. Thomas Enders in Stuttgart den Fragen von Journalisten. Tenor seiner Aussagen: Ja, es wurden Fehler gemacht, aber die neue Führungsmannschaft wird alles daran setzen, um bald wieder aus den Turbulenzen heraus zu steuern.

Für Tom Enders ist Airbus jetzt Chefsache. Das kann man auch an den neuen Führungsstrukturen und Berichtswegen bei der EADS erkennen. So berichtet der Airbus-Chef fortan direkt an Enders (früher an seinen Co-CEO Forgeard). Auch um den für die EADS strategisch wichtigen AeroDef-Markt in den USA kann er sich nun noch intensiver kümmern: Der CEO von EADS North Amerika, Ralph D. Crosby, Jr., ist Enders nun unmittelbar zugeordnet. Airbus und EADS sollten sich wieder ihrem Kerngeschäft widmen und an ihre Erfolge anknüpfen können. Dazu wird das Management seine Zielgruppen (Aktionäre, Kunden, Medien, Mitarbeiter etc.) kontinuierlich davon überzeugen müssen, dass es alles tut, um die aktuelle Krise rasch zu überwinden. Mit intensiver, offener und glaubwürdiger Kommunikation u.a. im Umfeld der Luftfahrtmesse in Farnborough wird das gelingen.

Das Foto entstand übrigens im Mai auf der ILA 2006 und zeigt den CFO der EADS, Hans-Peter Ring, bei der Vorbereitung eines Auftritts im Fernsehsender Bloomberg TV.

Foto: Faust

Auf der Berlin Air Show 2006

Da wurde mir schon ein bisschen mulmig, als ich gestern auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin in diesem Fahrsimulator saß. Am Steuer eines (virtuellen) Gepanzerten Transport-Kraftfahrzeug (GTK) vom Typ BOXER bewegte ich mich über Stock und Stein. Dabei hatten die Programmierer des Trainings- und Simulationsbereichs von Krauss-Maffei Wegmann ordentliche Steigungen und Gefälle eingebaut. Schließlich muss das Fahrertraining so realistisch wie möglich sein für die künftigen Nutzer.

Foto: Faust

Zu Besuch bei den „Steinhoffs“

Mit einer Turboprop der Fluggesellschaft Cirrus Airlines flogen wir Mitglieder des Luftfahrt-Presse-Club e.V. (LPC) Süd am 8. September 2005 nonstop von München (MUC) nach Rostock-Laage (RLG). Vor Ort besuchten wir gleich das Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“. Dort sind derzeit sieben doppelsitzige Eurofighter (Trainingsflugzeuge) und fünf Einsitzer stationiert. Von den insgesamt 180 Maschinen, die die deutsche Luftwaffe von der Eurofighter GmbH in Hallbergmoos (EADS: 46%, BAE Systems: 33%, Alenia Aeronautica: 21%) bekommt, werden 33 beim JG 73 stationiert. 21 von ihnen werden Einsitzer sein.

Nach einer Geschwader-Rundfahrt bei herrlichstem Wetter, einem Besuch im Tower und im Eurofighter-Simulator fuhren wir mit dem Bus ins traditionsreiche Restaurant „Teepott“. Dort trafen wir uns zum Abendessen mit dem (bayerischen) Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Otto Ebnet. Neben ihm sprach auch der Geschäftsführer der Rostocker System-Technik GmbH, Manfred Lehde, über die Situation der Luft- und Raumfahrtindustrie Mecklenburg-Vorpommerns. Als besonderen Gast des Abends begrüßten wir Hanni von Ohain, die Witwe des LPC-Ehrenmitgliedes Hans von Ohain, die aus den USA angereist war.

 

rostock

Am nächsten Tag wohnten wir der feierlichen Eröffnung des neuen Terminals des Flughafens Rostock-Lage bei. Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Regionalflughäfen – Wohin soll die Reise gehen?“ flogen wir dann wieder zurück nach MUC. Einige von uns wählten dazu eine spontane Mitfluggelegenheit in einer A340-300, die speziell zur Eröffnung in RLG gelandet war.

Fotos: Faust