Bauhaus Luftfahrt entwickelt Mobilität der Zukunft

21. April 2009
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21. April 2009 Dr. Dominik Faust

Bauhaus Luftfahrt entwickelt Mobilität der Zukunft

Wir freuen uns darüber, dass unser Kunde Bauhaus Luftfahrt e.V. sein ersten wissenschaftliches Jahrbuch veröffentlicht hat. Das zweisprachige, über 50-seitige Kompendium wurde von unserem Unternehmen konzipiert, getextet und grafisch gestaltet. Außerdem verantworteten wir das Fotoshooting und die komplette Realisation. Der gemeinnützige Verein Bauhaus Luftfahrt wurde im November 2005 von den drei Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS, Liebherr-Aerospace und MTU Aero Engines sowie dem Bayerischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Die international ausgerichtete Ideenschmiede in Garching bei München beschäftigt derzeit ein Team aus rund 20 Wissenschaftlern. Ihre Kernaufgabe besteht darin, abseits vom Tagesgeschäft der Industrie innovative Ideen für die Mobilität der Zukunft im Allgemeinen und für die des Luftverkehrs im Besonderen zu entwickeln. Zentrales Werkzeug für die Ideenfindung sind interdisziplinär besetzte Workshops, in denen etwa Ingenieure mit Ökonomen und Designern zusammenarbeiten.

Die Vision vom “Claire Liner”

Ein besonderes Flugzeugkonzept der Zukunft aus dem Bauhaus Luftfahrt ist der “Claire Liner”, ein Airliner mit sauberem Antrieb (Claire = „Clean Air Engine“). Dieses Luftfahrzeug kombiniert bekannte technische Teillösungen zu einem neuartigen Ansatz. Im Zentrum der Entwicklung stehen zwei ins Flugzeugheck integrierte Triebwerke, deren Fans in einer als „Boxwing“ bekannten Tragflächenanordnung montiert sind. Die externen Fans sind mittels Getriebe mit den Antrieben verbunden. Durch diese Entkoppelung können der Wirkungsgrad der Triebwerke gesteigert sowie der Kerosinverbrauch und Geräuschpegel gesenkt werden. Ein weiterer Vorteil des Claire Liner: Die Tragflächen der Boxwing-Konstruktion verlaufen nicht mittig durch den Rumpf, sondern sind am Bug und Heck befestigt. Das schafft Platz für eine durchgängige, doppelstöckige Passagierkabine.

Budget des Bauhaus Luftfahrt: 2,25 Mio. Euro (2008)

Die Wissenschaftler bewegen sich im Spannungsfeld zwischen technischer Machbarkeit, ökonomischer Realität und kreativen Freiräumen. Die daraus resultierenden innovativen Ansätze sollen insbesondere der Luft- und Raumfahrtindustrie in Bayern Impulse geben, um abseits des Tagesgeschäfts Visionen für die Zukunft entwickeln zu können. Dabei müssen innovative Ideen wie der “Claire Liner” keinesfalls marktorientiert reifen. Allerdings wird streng darauf geachtet, dass visionäre Konzepte und Strategien stets auch anwendungsorientiert und technisch machbar sind. Dafür investierte der Freistaat Bayern im Jahre 2008 1,5 Millionen Euro in das Projekt. 750.000 Euro steuerten die drei beteiligten Mitgliedsunternehmen bei. Hinzu kamen 2008 Forschungskooperationen des Bauhaus Luftfahrt mit den Industriepartnern in Höhe von rund 410.000 Euro.

Mehr Passagiere, höhere Spritpreise, weniger CO2?

Die Forschungseinrichtung sieht sich mit einer Vielzahl globaler Herausforderungen konfrontiert: In 30 Jahren werden nach ihren Angaben sechs der dann neun Milliarden Menschen in Ballungszentren leben, und immer mehr von ihnen werden fliegen wollen. Gleichzeitig werden die Vorkommen des zur Kerosin-Produktion benötigten Erdöls zur Neige gehen. Diese Ressourcenverknappung sowie der Klimawandel werden einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Energiepreisen haben. Wie lassen sich diese Prognosen in Einklang bringen? Wie kann man bei steigendem Flugverkehr den CO2-Ausstoß senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Welche Auswirkungen hat der wachsende Mobilitätsbedarf auf die Kapazitäten von Flughäfen und die Leistungsfähigkeit der Flughafeninfrastruktur?

Das Bauhaus Luftfahrt und Walter Gropius

In Anlehnung an die Tradition des „Bauhaus“, Deutschlands historischer Hochschule für Gestaltung, will auch das Bauhaus Luftfahrt ein fachübergreifender „Think Tank“ sein. Im Dessau der 1920er-Jahre wirkten unter der Leitung des Architekten Walter Gropius Architekten, Maler und Bildhauer eng zusammen. Auf diese Weise entstand ein breit gefächertes Kompetenzspektrum. Genau das realisiert das Bauhaus Luftfahrt für die europäische Luftfahrtbranche und zwar nicht nur im interdisziplinären Dialog von Ingenieuren, Ökonomen, Informatikern, Physikern, Geographen, Kultur- und Sozialwissenschaftlern, sondern auch in enger Kooperation von Industrie, Wissenschaft und Politik. 2008 präsentierte das Bauhaus Luftfahrt einen Teil seiner Entwicklungen unter anderem auf der Aerospace Testing in München.

Foto: Steffen Leiprecht

Dr. Dominik Faust

Dominik verfügt über langjährige Expertise und etliche Zertifikate in Leadership, Change Management, digitale Kommunikation und Business Moderation. Als Führungskraft (+70 MA) hat er selbst zahlreiche Wandelvorhaben initiiert und konzipiert sowie unter Einbindung der Betroffenen erfolgreich realisiert. Er promovierte über notwendige Veränderungen internationaler Organisationen zur Steigerung ihrer Effektivität und Effizienz. Dominik ist Gastdozent für Change Management und Change Communications an mehreren Hochschulen. Auf diesen Gebieten berät er mit seinem Team seit Jahren erfolgreich Manager auf C-Level.