Connected Car: Mobile World Congress goes Automotive Connected Car: Mobile World Congress goes Automotive
28. Februar 2017 Dr. Dominik Faust

Connected Car: MWC goes Automotive

Im Zeitalter der digitalen Transformation weichen die Grenzen zwischen den Branchen weiter auf: Startups entwickeln Geschäftsmodelle für Industrien, von denen sie ursprünglich keine Ahnung hatten. Wir haben in diesem Blog bereits etliche Beispiele dafür gebracht wie Bohéme oder Easy Car Pay. Mit ihren Innovationen fordern sie etablierte Player heraus. Als Konsequenz öffnen sich bislang eher geschlossene Communities für branchenfremde Unternehmen. So präsentieren sich zum Beispiel Hersteller und Dienstleister aus der Autobranche immer öfter auch auf Hightech-Messen. Die CeBIT in Hannover wird das ebenso zeigen wie derzeit der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Dort demonstrieren zahlreiche Unternehmen den Stand der Dinge beim Wettbewerb um die besten Innovationen in den automobilen Zukunftsfeldern Connected Car, autonomes Fahren, Carsharing und Elektromobilität.

Connected Car

Derzeit arbeiten alle Autohersteller fieberhaft daran, Informationen zwischen Fahrzeugen, Fahrern und Werkstätten zu vernetzen. Es gilt, die Mensch-Maschinen-Schnittstelle ins digitale Zeitalter zu heben. Mittels Connected Car sollen Fahrer rechtzeitig vor Staus und anderen Gefahren gewarnt werden, indem die Systeme Informationen aus anderen Fahrzeugen auswerten. Bei Pannen und Unfällen übermitteln sie relevante Daten an die Werkstatt. Ferner lassen sich Tankfüllstand, Reifendruck oder Zustand der Bremsen über Apps kontrollieren. Außerdem können Autos freie Parkplätze finden und mit dem Smartphone gleichsam ferngesteuert einparken. Der digitale Zündschlüssel lässt sich aufs Handy Dritter senden, sodass diese die Autos anderer nutzen können. Diese Vernetzung hat zum Beispiel der Premiumhersteller Daimler unter der Marke „Mercedes me“ subsumiert, Ford unter dem Begriff „FordPass“. Beide Hersteller sind auf dem MWC vertreten.

Auch der Nutzfahrzeugbereich vernetzt kräftig. So hat Scania, die schwedische Lkw-Tochter von Volkswagen, auf dem MWC in Barcelona eine digitale Plattform vorgestellt, die Fahrer und Fuhrparkbesitzer miteinander verbindet. Eine Viertelmillion Lastkraftwagen des Premiumherstellers können vernetzt werden, um Transportaufträge zu optimieren. Die Plattform „Scania One“ ist auch offen für externe Anbieter. Ebenso wie die neue Plattform „Mercedes PRO“ für die Mobilitäts-, Konnektivitäts-, Finanzierungs- und Flottenangebote der Transportersparte von Mercedes-Benz.

Autonomes Fahren

Das Zukunftsthema Automomes Fahren ist in Barcelona nicht ganz so prominent. Schließlich ist es darauf ausgelegt, den Fahrer als solchen überflüssig zu machen. Technisch geschieht das durch die intelligente Verbindung von Sensoren wie Kameras, Ultraschall und Radar. Um die Daten übermitteln und auswerten zu können, braucht es eine extrem schnelle Datenübermittlung, was die künftigen 5G-Netze leisten sollen. Intel zeigt auf dem MWC wie 5G in der Dachantenne von BMW integriert wird. Beide Unternehmen sind neben Audi, Daimler, Ericsson, Huawei, Nokia und Qualcomm Teil der 5G Automotive Association (5GAA), die im vergangenen Herbst gegründet wurde.

Der auf dem MWC ebenfalls präsente Lkw-Hersteller Scania ist im Bereich des autonomen Fahrens bereits sehr engagiert. Er wird für den Hafen von Singapur ein Platooning-System entwickeln. Dabei sollen drei Lastkraftwagen autonom hinter einem von einem Menschen gesteuerten Führungsfahrzeug her fahren. Durch die Kolonnenfahrten werden Personal- und Spritkosten gespart, weil geringere Abstände notwendig sind, die den Luftwiderstand verringern.

Carsharing

Nach einer Studie des Branchenverbandes Bitkom liegt Teilen im Trend, auch das Teilen von Autos. Carsharing-Marktführer ist Car2Go mit 2,2 Millionen Kunden an 26 Standorten und ebenfalls auf dem MWC vertreten. Zuletzt wurde spekuliert, dass Car2Go mit DriveNow, dem Carsharing-Angebot von BMW und Sixt, zusammengehen könnte, um gegen den weltweiten Mitbewerber Uber bestehen zu können.

Elektromobilität

Der Mobile World Congress ist nicht die IAA in Frankfurt, die Detroit Motor Show oder der Genfer Autosalon. Dennoch sind in Barcelona nach Angaben des Veranstalters in beinahe jeder Halle Autos jeder Größe zu finden. Zu den Teilnehmern des MWC, die sich rund um alternative Antriebe engagieren, zählt zum Beispiel Cisco Jasper, ein Spezialist in Sachen „Internet der Dinge“ (IoT). Doch unterm Strich tritt dieses automobile Zukunftsthema etwas hinter Connected Car und die übrigen zurück.

Ausblick

Der MWC wird keine Ausnahme bleiben. Bereits auf der CeBIT werden automobile Hersteller und Dienstleister wieder zusammen treffen. So wird etwa T-Systems ihr System „Customer Experience Management Automotive“ präsentieren. Dessen Komponente „Showroom Proximity“ ist interessant für den Autohandel. Denn es sendet via Beacon und App Fahrzeugdaten, Fotos und Vidoes an Kunden, die sich einem ausgestellten Fahrzeug nähern. Auch Finanzierungs- und Leasingangebote sollen sich direkt einsehen und Probefahrten vereinbaren lassen. Die digitale Transformation geht weiter und bleibt spannend.

Titelbild: GSMA / Mobile World Congress

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About the Author

Dr. Dominik Faust Dominik verfügt über langjährige Expertise und etliche Zertifikate in Leadership, Change Management und digitale Kommunikation. Im Top-Management hat er selbst Unternehmen restrukturiert sowie zahllose Prozesse und Strukturen optimiert. Er promovierte über notwendige Veränderungen internationaler Organisationen zur Steigerung ihrer Effektivität und Effizienz. Dominik ist Dozent für Change Management und digitale Kommunikation an mehreren Hochschulen. Auf diesen Gebieten berät er seit Jahren Manager auf C-Level.

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