Responsive Design macht immer mehr Medien mobil Responsive Design macht immer mehr Medien mobil
12. Mai 2013 Dr. Dominik Faust

Responsive Design macht immer mehr Medien mobil

Die Website der Tagesschau gibt es seit letzter Woche in fünf verschiedenen Versionen. Je nach Displaygröße des verwendeten Endgeräts wird die optimale Version angezeigt. Das neue Responsive Design Angebot der ARD reicht von der Ansicht im XS-Format für Smartphones (Hochformat) bis zu XL für den Fernseher (Querformat). Technische Basis hierfür ist der Webstandard JavaScript, der neben HTML5 und CSS3 solch flexiblen Darstellungen ermöglicht. Zu den Vorreitern dieser Responsive Design Technologie im Medienbereich zählte 2011 The Boston Globe in den USA. Auch die New York Times hat sich online weiterentwickelt: Nach einem Relaunch in der vergangenen Woche ist ihre mobile Version kaum mehr von der App-Version zu unterscheiden. Mit dieser Cross Platform Parity ging eine Reduzierung des Designs aufs Wesentliche einher. Diese Beispiele der Medienhäuser 2.0 liefern wichtige Antworten auf die geänderte Mediennutzung der Anspruchsgruppen.

Apps und Webseiten mit responsive Design

Denn nach Angaben der Initiative D21 geht mittlerweile jeder zweite Desktop-Internetnutzer zusätzlich mit mobilen Geräten ins Web. Damit nutzen in Deutschland bereits 40 Prozent das mobile Internet. Kein Wunder, denn die Verbreitung der entsprechenden Geräte wächst stetig. So werden 2013 voraussichtlich über fünf Millionen Tablets in Deutschland gekauft. Einen erheblichen Anteil daran haben Unternehmen: Jede dritte Firma (34 Prozent) setzt nach Angaben des Branchenverbandes BITCOM schon Tablet-PCs ein. Aber auch Verlage setzen darauf: Nach einer aktuellen Umfrage der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft in Frankfurt am Main bieten mittlerweile rund 65 % der Verlage Apps für Tablets (64 % davon kostenpflichtig) und 51 % für Smartphones (50 % kostenpflichtig). 62 % der Zeitungshäuser verfügen zudem längst über mobil optimierte Portale mit responsive Design, 44 % davon bieten ihren Werbekunden als Teil ihres Geschäftsmodells die Option, mittels Targeting zielgruppenorientierte Werbung einzublenden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Zeitung.

Frage nach Paywall und Content

Künftig wird wohl kein modernes Medienhaus mehr auf Responsive Design und Cross Platform Parity verzichten können. Zu diskutieren bleiben in diesem Zusammenhang jedoch Fragen nach der Paywall sowie nach dem Content, der in den verschiedenen Versionen bzw. Ausgaben (Print, Web, Mobil, App) ausgespielt werden soll. Die Antworten darauf hängen eng mit der zur Verfügung stehenden Manpower und der Kapitalausstattung zusammen.

Foto: Faust

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About the Author

Dr. Dominik Faust Dominik verfügt über langjährige Expertise und etliche Zertifikate in Leadership, Change Management und digitale Kommunikation. Im Top-Management hat er selbst Unternehmen restrukturiert sowie zahllose Prozesse und Strukturen optimiert. Er promovierte über notwendige Veränderungen internationaler Organisationen zur Steigerung ihrer Effektivität und Effizienz. Dominik ist Dozent für Change Management und digitale Kommunikation an mehreren Hochschulen. Auf diesen Gebieten berät er seit Jahren Manager auf C-Level.

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